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Qantara.de über "Hennanacht"

Nemat Khaleds Roman ''Hennanacht'' - Liebesrausch im Flüchtlingscamp In ihrem Roman "Hennanacht" schildert die syrische Schriftstellerin Nemat Khaled die hoffnungslose Liebe einer gebildeten Palästinenserin. Die Gefühle der jungen Frau sind so stark, dass sie sogar das Leid im Flüchtlingslager verdrängen. Eine Rezension von Volker Kaminski

Wer sich dem Schmerz der Liebe derart hingibt wie Nadia, Heldin und Erzählerin des Romans, wird zwangsläufig zum Gefangenen seiner eigenen Gefühle. Nadias Cousin Djalal war einst der Mann ihrer Träume. Eine kurze glückliche Zeit waren sie zusammen, die Hochzeit stand bevor, aber Djalal konnte nicht treu sein. Während Djalal eines Tages Stadt und Land hinter sich lässt und Nadia für immer aus seinem Leben streicht, kann Nadia ihn nicht vergessen. Sie denkt pausenlos an ihn, führt imaginäre Gespräche, als könnte sie ihn dadurch zurückrufen, und befragt im Fieber ihre verstorbene Großtante Hassna, die knapp sechzig Jahre davor eine ähnliche unglückliche Liebe erlebte. Statt die übliche Hennanacht feiern zu können, die der Hochzeit traditionellerweise vorausgeht, versinkt Nadia in eine düstere "Hennanacht der Verzweiflung", aus der sie keinen Ausweg mehr findet.

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